Autor:

Anna Schmitz

 

Sie ist Diplom

Oecotrophologin und arbeitet

als Ernährungs-beraterin

in Wetzlar

 

 

 

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Kundenfang und Wahrheit

Kinderlebensmittel – wirklich so gesund,
wie die Werbung verspricht?

 

Sie heißen »Monsterbacke«, »Pizza Ferdi Fuchs« oder »Krümelmonster-Keks«, sind bunt verpackt und sollen Schwung in den Kinder-Alltag bringen. Besondere Werbemaßnahmen stellen sie als speziell für Kinder geeignet heraus. Doch brauchen unsere Kinder wirklich extra Lebensmittel?

 

Die meisten beworbenen Kinderlebensmittel sind Süßigkeiten wie Vitaminbonbons oder Milchschnitten, gefolgt von Milchprodukten wie Fruchtjoghurt oder Quarkzubereitungen, Brotaufstrichen, Fertiggerichten und Getränken. Geworben wird für diese Produkte mit ihrer gesundheitsfördernden Wirkung. Denn Zusätze von Vitaminen und Mineralstoffen sollen gewährleisten, dass Kinderlebensmittel besonders wertvoll für die Ernährung sind. Eltern lassen sich davon animieren, schließlich wollen sie ihrem Kind nur das Beste geben.

Doch viele Produkte aus dem Kindersortiment haben einen Haken: Sie sind nicht nur teuer, sondern oft zu süß und fetthaltig. Die Anreicherung mit Vitaminen und Mineralstoffen macht das in Kinderlebensmitteln enthaltene Fett und den Zucker nicht gesünder: Ein 9-jähriges Kind müsste 17 Milchschnitten essen, um seinen Tagesbedarf an Kalzium zu decken. Gleichzeitig hätte es dann aber auch 40 Stück Würfelzucker (120 g) und ein halbes Paket Butter gegessen.

 

»Kinderprodukte sind, was die Ernährung angeht, eine höchst überflüssige Erfindung«, schreibt das Forschungsinstitut für Kinderernährung in seinen Ernährungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche. Natürliche Lebensmittel wie Gemüse und Obst, Käse und Wurst, Joghurt und Milch, Brot und Müsli bieten alles, was Kinder brauchen.

 

Tipps als Kaufhilfe

 

• Milchschnitten und Kinderriegel bestehen häufig zur Hälfte aus Zucker und enthalten in den meisten Fällen genauso viel Fett. Sie eignen sich daher nicht als »gesunde Zwischenmahlzeit«.

 

• Bei Kinderjoghurts auf den Zucker- und Fettgehalt achten.

 

• In Fruchtsaftgetränken steckt nur 6 bis 30 % reiner Fruchtsaft, der Rest ist Zucker und Wasser. Das gesunde Image, das durch die Anreicherung mit Kalzium und Vitaminen erweckt wird, haben diese Säfte nicht verdient. Dagegen ist ein mit Wasser verdünnter Fruchtsaft der ideale Durstlöscher.

 

• Spezielle Kindermenüs, Kindersuppen und Kinderwurst mit tollen Namen und in bunten Verpackungen enthalten häufig zu viel Salz, zu viel Soße und zu wenig Gemüse. Deshalb diese lieber im Regal stehen lassen und selber kochen!

 

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