Autorin:

Katrin Schlechtriemen

 

Sie ist freie Korrektorin und seit vielen Jahren aktiv für den Fairen Handel. Sie wohnt in Gießen und hat eine Tochter.

 

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Das Familienmagazin für Gießen, Wetzlar und Umgebung

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Von bitteren Wahrheiten und der Alternative

Schokolade - für Kinder von Kindern?!?

 

Wer könnte sich den Winter ohne Schokolade vorstellen? Nikolaus, Lebkuchen, Adventskalender – das gehört einfach dazu. Das gönnt man sich gerne, und seinen Kindern natürlich auch. Und schließt dabei die Augen davor, wo der Kakao dafür herkommt und wie er angebaut wird.

 

Der meiste Kakao stammt aus Ghana und der Elfenbeinküste. Die Nachfrage in Europa und Nordamerika nach Schokolade & Co. wächst zwar nicht mehr, doch in Afrika werden weiter Wälder abgeholzt und Plantagen angelegt. So ist der Preis für Kakao stark gefallen. Es arbeiten also immer mehr Menschen zu immer schlechteren Bedingungen für unseren Genuss. Können Sie sich vorstellen, dass in der Elfenbeinküste der existenzsichernde Lohn bei 2,51 US-$ liegt, das tatsächliche Einkommen aber nur bei 0,78 US-$?

 

Besonders betroffen sind Kinder, die mitarbeiten müssen und zum Teil sogar regelrecht verkauft werden als billige Arbeitskräfte. In Westafrika sollen es nach Schätzungen der International Cocoa Initiative (ICI) 2,2 Millionen Kinder sein. Eine wirklich bittere Wahrheit. Die ICI hat zwar ein Überwachungs- und Abhilfe-System gegen Kinderarbeit eingeführt, dem sich auch große internationale Unternehmen schon zaghaft angeschlossen haben. Doch solange es an Schulen, Straßen und sicheren Einkommen der Eltern fehlt, wird das allein nicht genügen, Kindern zu ihrem Recht auf Schutz vor ausbeuterischer Kinderarbeit zu verhelfen.

 

Zum Glück gibt es für uns Schleckermäuler Alternativen. In den Weltläden, aber auch in vielen Supermärkten gibt es Schokolade aus Fairem Handel. Das Fairtrade-Siegel etwa bedeutet, dass im Anbau feste Mindestpreise gezahlt werden und Prämien, die in Soziales und Infrastruktur gehen. Mag sein, dass die Schokolade für uns dann nicht mehr ganz so billig ist. Doch kann man wirklich genießen, was von Kindern für Kinder produziert wird?

 

In diesem Sinne wünschen Ihnen die Weltläden der Region eine „faire“ Zeit!

 

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