Autorin:

Julia Christina Sator

 

Sie ist als Rechtsanwältin

und Mediatorin

in Gießen tätig

 

 

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Die Sorgerechtsverfügung

 

Was ist, wenn mein Partner und ich beide verunglücken? Kommen die Kinder dann automatisch zu meinen Schwiegereltern? Oder sind dafür die Paten zuständig? Kann ich bestimmen, wohin meine Kinder kommen?

 

Eine schwere Krankheit oder ein tödlicher Unfall kann jeden treffen. Besonders für Eltern und Alleinerziehende minderjähriger Kinder ist es daher wichtig, für den Unglücksfall mit einer Sorgerechtsverfügung Vorsorge zu treffen.

 

Besteht keine Sorgerechtsverfügung, entscheidet das Familiengericht. Oft werden vom Gericht Verwandte des Kindes mit der Vormundschaft beauftragt. Unter Umständen kann auch ein Amtsvormund (z.B. Mitarbeiter des Jugendamts) oder jemand aus einem Vormundschaftsverein bestellt werden und die Unterbringung des Kindes in einem Heim oder einer Pflegefamilie entscheiden.

 

Die weit verbreitete Annahme, dass Taufpaten „automatisch“ die Vormundschaft erhalten, ist falsch.

 

In der Sorgerechtsverfügung sollten Sie namentlich die Person benennen, die als Vormund für ihre minderjährigen Kinder eingesetzt werden soll. Sinnvoll ist es auch, zusätzlich einen Ersatzvormund zu benennen. Vielleicht ist die vorgesehene Person ja zum fraglichen Zeitpunkt selbst nicht in der Lage, die zugesagten Pflichten zu erfüllen.

 

Sie können ebenso bestimmte Personen explizit von der Vormundschaft ausschließen. Das bietet sich bei Alleinerziehenden oder getrennt lebenden Paaren an, die nicht wünschen, dass der verbliebene Elternteil nach ihrem Tod das Sorgerecht erhält. In der Sorgerechtsverfügung ist dann ausführlich zu begründen, weshalb die Übertragung der elterlichen Sorge auf den anderen Elternteil nicht dem Wohl des Kindes entspricht.

 

Neben der Benennung eines Vormundes können Sie konkrete Auflagen für die Verwaltung des geerbten Vermögens festschreiben. Möglich ist es auch die Erziehung des Kindes und Vermögenssorge zu trennen und auf verschiedene Personen aufzuteilen.

 

Wie bei allen wichtigen Regelungen müssen auch bei einer Sorgerechtsverfügung unbedingt ein paar Formalien beachtet werden. Sie sollten die Verfügung persönlich handschriftlich verfassen, mit Vor- und Zunamen unterschreiben und mit Ort und Datum versehen.

Bei Ehegatten, die sich über den Vormund für das Kind einig sind, genügt es, wenn ein Elternteil die gemeinsame Sorgerechtsverfügung schreibt und unterzeichnet. Der andere muss seine Unterschrift, Ort und Datum, hinzusetzen, ohne den Text der Erklärung zu wiederholen. Beide Ehegatten haben damit ihre übereinstimmende Verfügung dokumentiert.

 

Bei nicht verheirateten Elternteilen, die jedoch beide gemeinsam das Sorgerecht haben, sollten jeder Elternteil eine eigene Sorgerechtsverfügungen verfassen und sinnvollerweise die selben Personen als Vormund benennen bzw. ausschließen.

 

Das Wichtigste ist aber, dass Ihre Sorgerechtsverfügung im Fall der Fälle sofort gefunden werden kann. Dazu muss die Sorgerechtsverfügung so deponiert werden, dass sie im Notfall auffindbar ist.

 

Lassen Sie sich bei weiteren Fragen fachlich helfen. Beispielsweise:

Wie formuliere ich eine rechtswirksame Sorgerechtsverfügung?

Welche Gründe akzeptiert das Gericht, wenn ich eine bestimmte Person von der Vormundschaft ausschließen will?

Muss ich die Sorgerechtsverfügung aktualisieren und wo soll ich sie aufbewahren?

 

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