Autorin:

Henrike Heß

 

Sie ist studierte Pädagogin, Elternberaterin und Lerntherapeutin,

Inhaberin der Studienkreise und der Duden Institute für Lerntherapie in Gießen und Gladenbach

 

 

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Hausaufgaben ohne Stress

Lernlust statt Lernfrust... aber wie?

 

Das Lernen Zuhause wird oft zum Machtkampf zwischen Kindern und Eltern. Die Schulpsychologin Dr. Monika Rammert hat zu diesem Thema ein Buch geschrieben: „Hausaufgaben ohne Stress“.

Es hat sich bewährt, dass Eltern in einer ruhigen Minute mit den Kindern eine Art Vertrag schließen, in dem Zeitpunkt, Ort und Dauer der Hausaufgaben festgelegt werden.

 

Auch was passiert, wenn die Vereinbarung nicht eingehalten wird, sollte mit dem Kind vorher besprochen werden.  „Loben zieht nach oben!“ Eltern können bewusst üben, den Fokus auf das Positive zu richten und das Kind dann bewusst loben, wenn es etwas selbstständig erledigt. Eine kleine Belohnung als Anreiz kann helfen. Über den Zeitraum einer oder zwei Wochen sammelt das Kind Smileys. Beim Erreichen der vereinbarten Anzahl, gibt es eine kleine Belohnung.

 

Manche Übungsthemen können die Eltern auch zu einem motivierenden Spiel werden lassen. Lernwörter oder Vokabeln beispielsweise lassen sich als Bingo-Spiel oder Wörterwettrennen mit viel Freude und Spaß üben.

 

Was die Dauer der Hausaufgaben angeht, bestehen Empfehlungen, an denen sich Eltern orientieren können. Während Grundschulkinder maximal 45 Minuten täglich an den Hausaufgaben sitzen sollten, dürfen es bei der Mittelstufe 120 Minuten und bei der Oberstufe 180 Minuten täglich sein. Sollte ein Kind stets länger benötigen, obwohl es bei der Sache ist, dann ist es ratsam, wenn die Eltern mit den Lehrern darüber sprechen.

 

Das Erledigen der Hausaufgaben direkt nach dem Mittagsessen ist ungünstig. Da ist der Kopf leer und die Anspannung vom Vormittag noch präsent. In der Mittagszeit fällt unsere Tagesleistungskurve rapide ab. Erst am Nachmittag und am frühen Abend sind wir wieder richtig fit. Um 18 Uhr hat ein Schüler statistisch gesehen mehr Energie als um 14 Uhr.

 

Bei mehreren Hausaufgaben sollte das Kind den Schwierigkeitsgrad langsam steigern. Am besten beginnt es mit dem Fach, das ihm am leichtesten fällt. Da ist es schnell fertig. Das motiviert. Dann folgen schwerere Fächer und zum Schluss, wenn die Energie nachlässt, wieder etwas Einfaches.

 

Manchen Schülern hilft es, wenn sie für jede Aufgabe einen Klebezettel schreiben, den sie nach Erledigung genüsslich zerknüllen können.

 

„Je älter ein Kind ist, desto mehr Verantwortungsbewusstsein können Sie erwarten. Lernen für die Schule liegt dann zunehmend in der Verantwortung Ihres Kindes“, rät das Zentrum für Schulpsychologie Düsseldorf Eltern von Schulkindern (www.duesseldorf.de/

schulpsychologie/themen/schulstress.shtml). Zu viel Hilfe macht abhängig.

 

Sollte ein Kind jedoch häufig ein Verweigerungsverhalten bezogen auf ein Fach haben, bei diesem Fach auffällig unkonzentriert sein, dann besteht möglicherweise eine Überforderung. Hausaufgaben sind in der Regel Wiederholungsübungen, die Schüler gut bewältigen können.

 

Wenn sie durchgängig als zu schwer empfunden werden, benötigt das betroffene Kind Hilfe, und die Eltern sollten über professionelle Nachhilfe nachdenken. Eltern, die sich über die Rechtslage zu den Hausaufgaben informieren wollen, finden hierzu auf der Homepage des hessischen Kultusministeriums den § 35 VOGSV, der regelt, wann Hausaufgaben gegeben dürfen werden.

 

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